Was die Verwaltung so will

Langenhagen-Schulenburg. Die Verwaltung möchte was – nämlich eine gepflasterte Mischverkehrsfläche mit einer mittig verlaufenden Muldenrinne zur Entwässerung auf der 300 Meter langen Fichtenstraße in Schulenburg bauen. Zudem möchte sie darauf wechselseitige Pflanzinseln zur Verkehrsberuhigung mit Stauden und Bäumen installieren. Problem: Die Anwohner sehen das offenbar ganz anders. Sie wollen zwar die Straßensanierung, aber ihre noch vorhandenen Parkplätze behalten.
Während die Verwaltung sich kreativ gibt und viel Steuer-Geld ausgeben will, oder besser gesagt, bereits für Planung und Gedöns ausgegeben hat, wollen die Menschen, die vor ihrer Haustür mit der Straße leben müssen, etwas Brauchbares. Sie wollen etwas Einfaches, etwas Schlichtes und ganz ohne Klimbim.

Eine Straße muß für die Anwohner funktionell sein. Doch die Verwaltung hat wieder einmal eine teure Arbeitsbeschaffungsmaßnahme daraus für sich selbst kreiert. Das ist auch eine Form der Ignoranz gegenüber dem Bürger. Und Gedanken an das dringend nötige Sparen verliert die Verwaltung noch immer nicht.

Nun ist der Widerstand der betroffenen Anlieger so sehr gewachsen, dass sie ihrer Empörung freien Lauf gegeben haben. Dadurch ist auch Bürgermeister Mirko Heuer munter geworden. Denn im September finden die Kommunalwahlen statt – und Herr Heuer möchte als Langenhagener Bürgermeister wiedergewählt werden. Also erteilt er eine Weisung an Frau M., seine ansonsten recht unbewegliche Abteilungsleiterin Straßenbau, etwas Verwaltungseinsicht und eine gewisse Aktivität vorzutäuschen. Im Kern verändert sich am Plan eh nichts; eigentlich handelt es sich nur um eine oberflächliche Kosmetik. In einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung hört sich das dann etwa so an: „Wir haben bewusst nachgeschärft und das Planungsbüro in die Pflicht genommen.“ Ja das böse Planungsbüro und die gesetzlichen Vorgaben. So geht das, Gesetze werden quasi als Korsett interpretiert. „Da können wir leider gar nichts tun, aber im Interesse des Bürgers sind wir über unseren Schatten gesprungen!“, wird uns suggeriert. Ein paar Parkplätze mehr sollen erhalten bleiben. Bravo!

In anderen Fällen interessiert sich die Stadtverwaltung überhaupt nicht für geltende Gesetze, wenn diese ihr nicht in den Kram passen. Da wird dann lustig darauf losgelogen und versucht, das Ding wie gewünscht hinzubiegen.

Nicht nur der Vorgang Fichtenstraße lädt den Bürger dazu ein, einige Fragen zu stellen:
Warum wird für jede Maßnahme die Planung für teures Geld an externe Planungsbüros vergeben? Welche Kompetenzen besitzen eigentlich die eigenen Mitarbeiter in den sogenannten Fachabteilungen, wie etwa das Bauamt? Können die ihren Job nicht? Müssen deswegen Unmengen an Dienstleistungen und Arbeitsstunden von außerhalb für die Stadtverwaltung hinzugekauft werden? Natürlich alles auf Steuerzahlerkosten?  

Es wird höchste Zeit, diese Verwaltung zu durchforsten und alles was dort überflüssig ist, zu entfernen. Eine über weite Strecken im Grunde arbeitslose Verwaltung mit über 1100 Behördenbeschäftigten kann sich eine Stadt wie Langenhagen mit nur 57-tausend Einwohnern einfach nicht (mehr) leisten.

Gerriet Kohls, Langenhagen, 04.04.2026

Zugabe. Zwar bezogen auf die Bundesverwaltung, genauer das Wirtschaftsministerium, aber mit gleichem Befund:

Politik mit Kopf (260403) – Beamte können es nicht! Berater sollen tausende Stunden arbeiten und bekommen nur Peanuts!

Wahlfälschungen in Langenhagen?

Langenhagen. Der Verdacht steht im Raum und die Hinweise mehren sich von Tag zu Tag. Im Wahlamt der Stadt Langenhagen wachsen sich „Unregelmäßigkeiten“ zu einem echten Wahlskandal aus.

Gefragt werden muß, wie sicher die Wahl, insbesondere die Briefwahl überhaupt ist. Offenbar gibt es einige Einfallstore, die eine Wahlverfälschung und sogar vorsätzliche Manipulation begünstigen.

Zunächst scheint festzustehen, daß Wahlzettel so gravierende Fehler aufwiesen, daß sie vom Gemeindewahlleiter Hettwer für ungültig erklärt wurden und neu gedruckt werden mußten. Einige dieser für ungültig erklärten Wahlzettel wurden aber mit den Briefwahlunterlagen an Wähler in Langenhagen verschickt.

In einem separaten Vorgang wurden Wahlzettel für die Briefwahl verwechselt. So haben Briefwähler jene Wahlzettel erhalten, die für einen anderen Wahlbereich vorgesehen waren. Diese Wähler konnten also nicht die „eigenen“ Kandidaten „ankreuzen“.

Angeblich und bislang sind 167 Briefwahlunterlagen mit ungültigen Stimmzetteln betroffen.  

Diese Vorgänge wurden seitens des Wahlamtes jedoch nicht kommuniziert. Selbst der Wahlausschuß wurde über die Vorgänge nicht in Kenntnis gesetzt.

Hinzu kommt, daß von den 167 Briefwahlunterlagen mit ungültigen Stimmzetteln ganze 77 Stimmzettel von Wählern im Rathaus direkt ausgefüllt und in die vorgesehene und versiegelte Wahlurne gesteckt worden sind.
Diese versiegelte Wahlurne, tatsächlich eine gelbe Plastiktonne mit Einwurfschlitz, wird aber täglich geöffnet, um die Wahlbriefe in acht separate Tonnen zu stecken, die den einzelnen Wahlbereichen zugeordnet sind. Das findet in einem separaten Raum im zweiten Stock des Rathauses unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt.
Bei dieser Gelegenheit wurden dann offenbar die „falschen Stimmzettel“ herausgefischt und den Wählern neue Wahlunterlagen zugestellt. Die Wähler mit „falschen Unterlagen“ wurden zudem mit einem offiziellen Anschreiben unter dem Briefkopf des Bürgermeisters gebeten, sich umgehend beim Wahlamt zu melden.
Auch dieses wurde vom Wahlamt unter der Decke gehalten. Selbst der Wahlausschuß weiß von nichts. Der amtierende Bürgermeister Heuer, der selbst Kandidat für das Bürgermeisteramt ist, wurde aber offenbar umfänglich über die Vorgänge (durch Gemeindewahlleiter Hettwer?) in Kenntnis gesetzt.

Wieviel Vertrauen in eine korrekt durchgeführte Kommunalwahl ist dabei noch gerechtfertigt? 

Die Bürger Langenhagens wählen am 12. September 2021 den neuen Bürgermeister sowie den Stadt- und die Ortsräte. Hinzu kommen die Wahl des Präsidenten der Region Hannover sowie die Kandidaten der Regionsversammlung.
Sollte es zu einer Bürgermeister-Stichwahl kommen, findet diese zusammen mit der Bundestagswahl am 26. September 2021 statt.

Gerriet Kohls, Langenhagen