Gasversorgungslage in der Stadt Langenhagen

Deutscher Wetterdienst – Temperaturen in Langenhagen im Januar 2026

An Rat und Verwaltung in Langenhagen 
Bürgerfragestunde vom 19.01.2026

Am Sonnabend, den 17.01.2026, wiesen die Daten der Bundesnetzagentur zu den deutschen Gasspeichern einen Füllstand von nur noch 43 Prozent aus. Das sind ungefähr 110 TWh. Zum Vergleich:
Der Füllstand Mitte Januar der vergangenen Jahre lag zwischen 70 und 80 Prozent.

Im Winter wird deutlich mehr Gas verbraucht als permanent in das Netz eingespeist wird. Die fehlenden Mengen werden den Gasspeichern entnommen. Deutschland hat im vergangenen Jahr 2025 insgesamt rund 864 TWh an Erdgas verbraucht.

Der Gasverbrauch im Januar 2026 wird voraussichtlich über 4 TWh pro Tag liegen. Bei einer Kälteperiode über mehrere Wochen mit Temperaturen bei minus 5 Grad Celsius steigt der Gasverbrauch auf 4,8 TWh. Und das steht uns in Aussicht.

Im Durchschnitt eingespeist werden über die Norwegen-Pipelines pro Tag ca. 1,3 TWh.
Die EU-Nachbarländer liefern Gasmengen in der Höhe von 0,4 TWh/Tag.
Seeschiffe beliefern uns mit LNG-Gas vor allem aus den USA im Umfang von 0,3 TWh/Tag.

Wir können also von einer durchschnittlichen täglichen Befüllung des Gasnetzes von 2 TWh ausgehen. Zeitgleich werden bei einer Kälteperiode bis zu 4,8 TWh pro Tag verbraucht. Ein Mehr von 2,8 TWh, die den Gasspeichern entnommen werden.

Da unsere Gasspeicher nur circa 110 TWh beinhalten und wir mit einem Überverbrauch von 2,8 TWh kalkulieren müssen, kommen wir auf eine Reichweite des vorhandenen Gases von (110 / 2,8 ) rund 40 Tagen. Also reicht das Gas nur noch bis spätestens Ende Februar.

Erheblich verkürzt wird die angenommene Reichweite des Gases aber dadurch, daß das aktuell in den Kavernen gespeicherte Gas aus Gründen der Sicherheit der Gaskavernen nicht vollständig entnommen werden darf. Zudem verlangsamt sich die Entnahmegeschwindigkeit bei sinkendem Inhalt ab weniger als 20 Prozent Füllstand. Das kennen wir von Propangasflaschen her, die langsam zur Neige gehen. Hinzu kommt, daß Deutschland nicht nur Gas aus Nachbarstaaten erhält, sondern Gas auch an Nachbarstaaten (weiter)liefert.

Kein Gas bedeutet auch, daß die Versorgung mit elektrischer Energie gefährdet ist. Nachdem die einschlägige Politik alle Kernkraftwerke und einige Kohlekraftwerke in Deutschland gesprengt hat, sind als Ersatz Gaskraftwerke installiert worden. Denn die sogenannte „Alternative Energie“ liegt im Winter auch am Boden. Bei einem Gasausfall wird es deswegen vielerorts auch keinen elektrischen Strom geben.

Diese Ausgangslage führt zu folgenden Fragen:

Hat sich die Stadtverwaltung auf diesen Sachverhalt eingestellt? Gibt es ausgearbeitete Notfallpläne für den Fall einer Gasmengenzuteilung oder eines Komplettausfalls der Gasversorgung?
Weiter für mich als Bewohner des Weiherfeldes:

Ist die Versorgung der Haushalte durch die Fernwärme gesichert? Welche höheren Kosten sind durch die politisch herbeigeführte Gasmangellage für Privathaushalte und Gewerbe zu erwarten? Wurden seitens der Verwaltung bereits Absprachen mit der Energie-Projektgesellschaft Langenhagen mbH (EPL) getroffen?

Gerriet Kohls, Kaltenweide

Auch interessant mit Blick auf einen möglichen Gasnotstand:

Gasreserven unzugänglich 
Rund zehn Prozent der europäischen Gasreserven lagern in unterirdischen Kavernen im Westen der Ukraine, in der Anlage Bilche-Volytsko-Uherske bei der Stadt Lemberg. Durch russische Luftangriffe auf die ukrainische Infrastruktur vom 10. Januar 2026 wurden die Befüllungs- und Entnahmeanlagen mittels Oreschnik-Rakete zerstört. Damit sind diese europäischen Gasreserven mindestens für Monate unzugänglich gemacht worden.  Die Motive zur Gasspeicherung im Kriegsland? – siehe Berliner Zeitung vom 12.06.2023:  

https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/energie-trotz-krieg-die-eu-moechte-gas-fuer-den-winter-in-der-ukraine-speichern-li.358336

Gasspeichern droht Leerstand 
Weil die Gasspeicher kaum gefüllt wurden, hat die Merz-Regierung angeblich „geprüft“, aber dann doch nicht gehandelt: 
„Auch Deutschlands größter Gasspeicher in Rehden, Niedersachsen, steht nahezu leer. Kaum jemand will derzeit Gas einlagern. Die Gasspeicher-Krise verschärft sich zunehmend.“ Dies wusste die Berliner Zeitung bereits am 17.06.2025: 

https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/gasspeichern-droht-leerstand-merz-regierung-prueft-staatlichen-eingriff-li.2334133

Quellen zur Recherche:

Bundesnetzagentur (verschleiert in gewohnter Behördenmanier die tatsächliche Lage) –
https://www.bundesnetzagentur.de

Wetteronline.de – Temperaturradar / Wettertrend für 16 Tage (meldet frostige Temperaturen bis in den Februar hinein) – https://www.wetteronline.de/

Energie-Projektgesellschaft Langenhagen mbH (EPL) (Ansprechpartner für Kunden zu Fragen der Energieversorgung und Preisgestaltung) – https://www.epl-energie.de/

Nachtrag Youtube-Videos zum Thema vom 23.01.2026:

Rekordtief: Gasspeicher sind bedrohlich leer – Experte erklärt warum | NIUS Live vom 23.01.2026

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