Gasspeicher leeren sich zusehends – Füllstand bei 26 Prozent
Die zweigeteilte Wetterlage
in Deutschland hat dazu geführt, dass nicht soviel Gas verbraucht worden ist,
wie zu befürchten war. Allerdings gibt es überhaupt keinen Grund zur
Entwarnung. Im Gegenteil.
Die Gaskavernen sind nur noch zu 26 Prozent gefüllt. Das ist der
Durchschnittswert aller Gaskavernen in Deutschland. Es gibt aber einige
Gasspeicher, die deutlich darunter liegen oder sogar schon leer sind. Dies
führt zu einem regionalen Ungleichgewicht.
Ein Auffüllen der Speicher ist derzeit kaum möglich.
Tatsache
ist, dass die Norwegen-Pipelines bereits unter Hochdruck fahren. Mehr geht
nicht. Dieses Gas wird bereits für den täglichen Verbrauch benötigt.
Die LNG-Terminals können auch nicht ausreichend liefern, weil die erhofften
Gaslieferungen aus den USA stocken. Die USA frieren selbst. Die wenigen
Gastransportschiffe, die uns erreichen, benötigen eine lange Entladezeit, denn
das flüssige Gas wird eigentlich mittels Meerwassereinsatz gasförmig gemacht.
Das Wasser ist bei uns gegenwärtig eiskalt und deswegen dauert der Vorgang
länger. Der Ostsee-Hafen Mukran auf Rügen ist zudem vollständig zugefroren.
Die Gaslieferungen, die aus den Niederlanden vorgesehen waren, stehen auf der
Kippe. Denn die Niederländer haben noch deutlich weniger Gas in ihren Kavernen
als wir.
Lieferverträge, die Robert Habeck mit Katar geschlossen hat, laufen erst im
kommenden Sommer an.
Kernenergie und Kohlekraftwerke wurden beseitigt
Deutschland hat sich aus der Kernkraft verabschiedet und deshalb 17 Atomkraftwerke in den vergangenen Jahren stillgelegt. Die Kühltürme des Atomkraftwerks Grundremmingen in Bayern wurden am 25. Oktober 2025 gesprengt. Hinzu kommt, dass auch etliche Kohlekraftwerke stillgelegt wurden. Das teure Steinkohle-Kraftwerk Hamburg-Moorburg war nagelneu und leistungsfähig. Es existiert nicht mehr. Es wurde auf Veranlassung der Politik zerstört.
Gas und Strom sind existentiell
Da Haushalte und Industrie neben Gas auch elektrische Energie benötigen, ist es unausweichlich geworden Gaskraftwerke zur Stromerzeugung einzusetzen. Bedacht werden muss, dass rund die Hälfte des Gasverbrauchs in Deutschland durch die Industrie in Anspruch genommen wird. Die Industrie benötigt zudem eine ununterbrochene Versorgung mit elektrischer Energie. Wind- und Solaranlagen fallen diesbezüglich im Winter zur sicheren Energieversorgung zu oft aus. Also kommt es auf Gaskraftwerke an, die zusätzlich den Gasverbrauch steigern.
Ostsee: Nordstream-Pipeline muss aktiviert werden
Aber woher das Gas nehmen? Es gibt nur einen gangbaren und
möglichen Ausweg. Dieser ist nicht praktisch, sondern lediglich durch den
verkorksten politischen Willen deutscher Politiker verbaut.
Es handelt sich um die noch intakte und unter Gasdruck stehende Röhre der sabotierten
Nordstream-Pipelines in der Ostsee. Präsident Putin hat mehrfach darauf
hingewiesen, dass Russland nach wie vor bereit und in der Lage ist, Deutschland
und damit Europa mit Gas zu versorgen. Es gibt aufgrund der bestehenden
Lieferverträge sogar die Zahlungsverpflichtung Deutschlands an Russland.
Deutschland bezahlt also, lehnt aber die Abnahme des Gases ab.
Putin bezeichnete das politische Verhalten der verantwortlichen Politiker in
dieser Frage sogar als schizophren. Denn die EU-Staaten importieren noch immer
10 Prozent des benötigten Gases aus Russland. Entweder über den Transport durch
Gastanker oder über die Turkstream-Pipeline, welche über die Türkei und den
Balkan nach Ungarn verläuft. Aber die direkte und einfachere Lieferung über die
Ostsee wird abgelehnt.
Darauf muss sich die Bevölkerung einstellen
Zwar ist der nun vorliegende Gasmangel durch die kälteren Wintertemperaturen verschärft worden, weil die Haushalte mehr heizen müssen. Aber auch wenn die Temperaturen jetzt steigen sollten, wird es uns nicht mehr vor den Konsequenzen retten.
Die deutschen Gasspeicher sind am heutigen Tage im Durchschnitt und regional unterschiedlich nur noch zu etwa 26 Prozent gefüllt. Täglich werden je nach Witterung bis zu einem Prozent des Gases entnommen. Bei einem Stand von unter 20 Prozent muss die Regierung die Gasmangellage feststellen. Die Bundesnetzagentur hat dann für eine Gaszuteilung zu sorgen, die zuerst die Industrie betrifft. Auch ohne das Erreichen dieser willkürlich festgesetzten Marke kommt es schon zu Ausfällen und Schäden. Es bedarf einer immer größer werdenden Kraftanstrengung, um die netzgebundenen Systeme in Funktion zu halten.
Die Gas- und Stromnetze stehen in Deutschland aufgrund der durch die Politik herbeigeführten Lage unter Stress. Aufgrund der niedrigen Füllstände in den Gasspeichern kann es zu einem Gasdruckabfall in den Leitungen kommen, weil sich die Entnahmegeschwindigkeit aus den Speichern verringert. Dadurch stehen automatische Abschaltungen bei den Verbrauchern im Raum.
Ohne Gas gibt es keinen Strom. Ohne eine sichere Stromversorgung lässt sich die Netzfrequenz nur schwer aufrecht erhalten. „Flatterstrom“ kann zu Stromausfällen in Städten und Regionen führen.
Ohne Gas entfallen auch bestimmte Produkte der Chemieindustrie, die das Gas als Ausgangsstoff benötigt. Zum Beispiel bei der Herstellung von Düngemitteln für die Landwirtschaft oder der Kunststoffproduktion. Lieferketten sind bedroht. Arbeitnehmer betroffener Betriebe werden dann pausieren müssen. Energiekosten werden deutlich steigen. So gut wie jeder Bürger wird einen wirtschaftlichen Schaden erleiden – spätestens mit der Energiekostenabrechnung im kommenden Jahr.
Das Verhalten der Bundesregierung halte ich für verantwortungslos. Die Gaslage muss benannt und offen angesprochen werden.
Es
bleibt jetzt die Forderung:
“Die Nordstream-Pipeline muss aktiviert
werden!“
Gerriet Kohls, Langenhagen, 09.02.2026
Weitere Hinweise:
Christian Lohmeyer (09.02.2026) – Spannendes Gespräch zur Gasmangellage mit Wippi, Lee und Stefan von Chiemgau Energie
https://www.youtube.com/watch?v=6CSG1Xlv9og
Vermietertagebuch (09.02.2026) – Wir müssen 4 Monate lang Gas rationieren!
https://www.youtube.com/watch?v=JYA1VzUtURI
Politik mit Kopf (06.02.2026) – Minister warnt & Netzagentur lügt! Gasspeicher mit 28,4% unter dem tiefsten Stand aus 2025!